Mich voller Begeisterung in etwas zu verlieren, ganz einzutauchen in den schöpferischen Pro­zess hat für mich etwas tief Transformierendes.
Was ich dabei zurücklasse? Eine Hülle?
Auf jeden Fall hat 'es' plötzlich nicht mehr dieses Bedeutungshafte, das ihm im Alltag anhaftet. Es scheint, als ob ich verloren ginge in diesem Pro­zess, aber wahrscheinlich bin ich mir sogar näher als sonst.

Eintreten in einen 'Raum', der in sich selbst Erfül­lung atmet, der voller lebendiger Kraft ist, ist eine Erfahrung, die ganz persönlich ist.

Es ist da, wo Stille voller Klang ist und gleichzei­tig Klang zu Stille wird. Dies ist ein Erlebnis, das ich mit Worten nicht begreifbar machen kann. Ich bin im Zwiespalt, dass ich es hier in Form einer Annäherung trotzdem tue.

Es geschieht, wo ich beispielsweise im schöp­ferischen Prozess überrascht werde durch das, was unter meinen Händen entsteht, oder viel mehr, was entstehen will. Es ist ein Paradoxon, und dieses Paradoxon zu erfahren heisst für mich das Wort 'Beseelung' zu begreifen, und zugleich auch zu verstehen, was es in seinem Ur­sprung bedeutet: Inspiration.




Das, was 'ich' sein möchte, und was 'ich' will, ist nicht mehr relevant, sondern jenes, was durch mich hindurch Form annehmen möchte.
Geschenk des Himmels?

Im Gegensatz dazu, kenne ich, wie wir alle, das Gefühl, das sich einstellt, wenn ich mechanisch abarbeite, in der Erledigung hängen blei­be, und die abstumpfende Wirkung der reinen Pflichterfüllung erfahre. Doch es ist jene Magie der Beseelung, die mich tief berührt.
Wenn ich ein Objekt in Händen halte, das mit 'den Wor­ten der Stille' spricht, dann ist das für mich wie Form gewordene Erinnerung: 'Seelen­glück'.

Manchmal sage ich scherzhaft, meine ART sei 'slow living‘. In der Tat gibt es einen Zusam­menhang zwischen Verlangsamung und dem Einfühlungsvermögen gegenüber der Natur des Mediums. So spricht auch die eingefangene und damit den Werken innewohnende Energie ihre eigene Sprache. Die Sprache der Hinga­be?

Meine Sehnsucht geht dahin, zu berühren. -

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